Herr Sisseck, was hat Sie ursprünglich an Ribera del Duero fasziniert?
Die Radikalität dieser Region. Das Klima, die Böden, die Höhenlagen, alles ist extrem. Für mich war sofort klar: Wenn man hier präzise arbeitet, kann man Weine mit enormer Tiefe und Wahrhaftigkeit erzeugen.
Ihre Weine gelten als sehr konzentriert, zugleich aber erstaunlich elegant. Wie gelingt dieser Spagat?
Indem man zuhört. Der Weinberg gibt den Takt vor. Alte Reben, niedrige Erträge, biodynamische Bewirtschaftung, all das sorgt dafür, dass Balance entsteht, nicht Kraft um der Kraft willen.
Biodynamik ist ein zentrales Element Ihrer Arbeit. Warum?
Weil sie mich zwingt, aufmerksam zu sein. Sie ist kein Dogma, sondern ein Werkzeug, um das Ökosystem zu stärken. Ein lebendiger Boden bringt Weine mit Energie und Spannung hervor.
Was unterscheidet Pingus von Flor de Pingus?
Pingus ist die Essenz – kompromisslos, selten, meditativ. Flor de Pingus ist zugänglicher, offener, aber mit derselben DNA. Beide erzählen dieselbe Geschichte, nur in unterschiedlicher Lautstärke.
Wie sehen Sie die Zukunft von Ribera del Duero?
Ich sehe mehr Vielfalt, mehr Mut und mehr Präzision. Die Region ist längst nicht am Ende ihrer Entwicklung, im Gegenteil, sie beginnt gerade erst, ihr ganzes Potenzial zu zeigen.