Weinregion Péssac-Léognan

Pessac-Léognan

Was zwischen all den Mehrfamilienhäusern, Wassertürmen und Umgehungsstrassen in der Nähe des Bordelaiser Flughafens meist verborgen bleibt, zeigt sich hin und wieder Fluggästen mit einem Fensterplatz beim Anflug auf die Piste 11: ein verstecktes Weingut, das an eine grüne Insel inmitten der Stadt erinnert. Als erstes Weinschloss der Welt hat sich Château Haut-Brion bei Weinkennern einen Namen gemacht und ist längst nicht nur Flugpassagieren ein Begriff.

Die Geschichte des Weinguts Pessac-Léognan reicht bis ins Jahr 1550 zurück und wurde massgeblich durch Jean de Pontac geprägt, der unweit von Bordeaux mitten in den Rebstöcken ein Schloss errichtete – heute wird dieses Ereignis als die Geburtsstunde des modernen Weinbaus bezeichnet. Jean de Pontac wurde zum Pionier der Gemeindeappellation, die jedoch erst im Jahr 1987 als Appellation d’Origine Contrôlée (AOC) bekannt wurde und vorher zur Regionalappellation von Graves gehörte.

Das Weinbaugebiet Pessac-Léognan ist nach zweien der Vororte benannt und umfasst insgesamt 1288 Hektar Rebfläche, auf der jedes Jahr rund 68 600 Hektoliter Wein geerntet werden. Mit einer Anbaufläche von rund 1000 Hektar sind rote Rebsorten in Pessac-Léognan vorherrschend. Der Begriff Graves steht im Französischen für Kiesel und bezieht sich auf den steinigen Boden der Region. Seit 1953 sind die Graves mit einer eigenen Klassierung ausgezeichnet: Zu den 16 Crus Classés gehört auch das 1855 in die Médoc-Klassifizierung aufgenommene Gut Haut-Brion. 

Zu den zehn als AOC ausgezeichneten Kommunen in der Nähe der Stadt gehören neben Cadaujac, Pessac, Mérignac und Martillac auch Canéjan, Gradignan und Léognan sowie Saint-Médard-dʼEyrans, Talence und Villenave-dʼOrnon. Das Klima in Pessac-Léognan ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 12,9 Grad Celsius recht mild. In Kombination mit einer mittleren Sonnenscheindauer von 1991 Stunden pro Jahr und einem saisonal verteilten Niederschlag ergeben sich hervorragende Bedingungen für den Weinanbau. Gleichzeitig ist der Einfluss der Garonne noch spürbar, obwohl das atlantische Klima etwas abgemildert ist.

Der Boden ist durch die von Flussgeschieben angehäuften Kieshalden geprägt. Diese weisen einen kalkhaltigen Sockel sowie Einschlüsse von Lehm und Sand auf.

Pessac-Léognan ist ein Export-Weinbaugebiet – rund 75 Prozent der produzierten 10 Millionen Flaschen werden nicht in der Region verkauft. Vorherrschend sind die klassischen Bordeaux-Rotweine, die ab einem Alter von sechs Jahren für Geniesser interessant sind. Rund 20 Prozent der Produktion werden als fruchtiger, vollmundiger Weisswein gekeltert.

Weine aus der Region Pessac-Léognan

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Eckdaten Weinregion Pessac-Léognan

Land: Frankreich

Rebfläche: 1’600 Hektaren

Produktionsmenge: 75’000 Hektoliter

Traubensorten aus der Weinregion Pessac-Léognan

Cabernet Franc

Die Cabernet-Franc-Traube ist die kleine Schwester der edlen Cabernet Sauvignon. Sie wird hauptsächlich als Cuvée-Partner verwendet, insbesondere für Bordeaux-Weine.

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon ist die wichtigste Rebsorte in Bordeaux/Haut-Médoc. Sie wird für die grössten Rotweine der Welt verwendet.

Merlot

Merlot hat ihren Ursprung im französischen Bordeaux und ist dort auch die am meisten angebaute rote Rebsorte. Sie ist weltweit stark verbreitet und hat unzählige Synonyme.

Petit Verdot

Petit Verdot ist eine alte rote Rebsorte und gehört zur klassischen Médoc-Mischung. Sie ergibt gerbstoffreiche, würzige Weine mit Veilchen- und Fruchtaromen.

Sauvignon Blanc

Die Heimat der Sorte Sauvignon Blanc ist das französische Loiretal. Sie ist nach Chardonnay eine der wichtigsten weissen Rebsorten Frankreichs.

Sémillon

Die Rebsorte Sémillon stammt aus der Region um Sauternes im Bordeaux, Frankreich. Bekannt ist sie vor allem für Süssweine oder in Kombination mit Sauvignon Blanc für die typischen weissen Bordeaux.

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